Weltklimawandel Informationsportal - Erde und die Globale Erwärmung: Grüne mahnen auf Parteitag zu "Klimaschutz ohne Wenn und Aber" ================================================================================ Taipan on 24 November, 2007 02:51:00 Nürnberg, 23. November (AFP) - Vor der UN-Klimakonferenz in Bali machen die Grünen beim Kampf gegen die Erderwärmung Druck. Der Bundesparteitag in Nürnberg forderte am Freitagabend fast einmütig einen "Klimaschutz ohne Wenn und Aber". In zwei zusätzlichen Resolution drängen die Grünen die Bundesregierung zu entschlossenerem Handeln, damit sie in Bali glaubwürdiger auftreten könne, und warnen vor Risiken der Nutzung von Biosprit. Die Parteibasis setzte durch, dass konsequenter Klimaschutz auch Maßstab für künftige Regierungsbeteiligungen der Grünen sein soll. AFP nennt zentrale Forderungen: Deutschland und andere Industriestaaten sollen sich dazu verpflichten, ihre Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 um 80 Prozent zu senken. Bislang bekennt sich die Bundesregierung zum Ziel einer 40-prozentigen Reduzierung bis 2020. Die Grünen unterstützen die auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vertretene Idee, eine weltweite Obergrenze für den CO2-Ausstoß von zwei Tonnen pro Person und Jahr festzulegen. Das ist knapp ein Fünftel des heutigen Durchschnittswerts in Deutschland. Verschmutzungsrechte im Emissionshandel sollen nicht mehr verschenkt, sondern ausschließlich versteigert werden. Auf den Bau neuer Kohlekraftwerke wollen die Grünen verzichten. Alte Kohle- und Gaskraftwerke und Atomkraftwerke sollen nach und nach abgeschaltet werden. Möglich werden soll dies durch mehr erneuerbare Energien und mehr Energieeffizienz, zum Beispiel durch mehr Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Bereits in wenigen Jahrzehnten soll Energie nur noch aus erneuerbaren Quellen stammen. Vorschriften für sparsamere Geräte und eine "Stiftung Energietest" sollen den Verbrauch senken helfen. Auf Energie aus fossilen Kraftwerken oder AKWs sollen die Bürger eine verbrauchsabhängige Abgabe zahlen. Diese Einnahmen sollen die Bürger als Öko-Bonus vollständig zurückerhalten - und zwar jeder, einschließlich der Kinder, die gleiche Summe. Klimaschutz soll als Staatsziel in die Verfassung aufgenommen werden. Für den durchschnittlichen Schadstoffausstoß von Autos soll ab 2012 eine Obergrenze von 120 Gramm CO2 pro Kilometer gelten und ab 2020 von 80 Gramm. Ab 240 Gramm pro Kilometer sollen Autos nicht mehr zugelassen werden. Auf Autobahnen soll ein Tempolimit von 120, innerorts von 30 Stundenkilometern gelten. Steuersubventionen für Billigflieger und verbrauchsstarke Dienstwagen wollen die Grünen abschaffen. Flugbenzin soll besteuert, der Bahn-Güterverkehr dagegen gefördert werden. Für Biosprit verlangen die Grünen eine glaubwürdige Zertifizierung als nachweis für dessen nachhaltige Herstellung - in Deutschland, besonders aber bei Importen. Eine "unqualifizierte Förderung" wird abgelehnt. Das Engagement für den Urwaldschutz soll ebenso verstärkt werden wie der Schutz der Artenvielfalt in Deutschland. Weniger Fleischproduktion und mehr ökologischer, gentechnikfreier Landbau sollen zum Klima- und Umweltschutz beitragen. bk/ans