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Bau eines Kohlekraftwerks durch Bürgerentscheid gestoppt
Ensdorf/Essen, 26. November - Der geplante Bau eines neuen Steinkohlekraftwerks im saarländischen Ensdorf ist am Widerstand der Bürger gescheitert.
Der Energiekonzern RWE erklärte am Montag in Essen nach der deutlichen Ablehnung des Projekts in einer Bürgerbefragung, dass das Kraftwerk nicht gegen den Willen der Bürger errichtet werde. In dem Bürgerentscheid hatten sich mehr als 70 Prozent der Teilnehmer gegen den Bau ausgesprochen. Die Beteiligung lag bei 70 Prozent. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und die Grünen begrüßten das Votum.RWE bedauere außerordentlich, dass dieses wichtige Projekt nicht in Ensdorf realisiert werden könne, erklärte Konzernchef Jürgen Großmann. Deutschland brauche aber "neue, hochmoderne und saubere Kraftwerke, um die Preise zu stabilisieren, den Wettbewerb zu erhöhen und den Klimaschutz zu verstärken." RWE-Power-Chef Ulrich Jobs räumte ein, es sei dem Konzern nicht gelungen, "die Menschen in der Region von den Vorteilen des Kraftwerks zu überzeugen."
DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake zeigte sich dagegen überzeugt, dass der Bürgerentscheid später einmal als "Startschuss für die deutsche Klimaschutzbewegung" gefeiert werde. Es sei ein "beeindruckender Sieg der Vernunft". Die Abstimmung sei von nicht zu unterschätzender Bedeutung, weil damit erstmals einer der vier großen Stromkonzerne zur Aufgabe seiner "klimafeindlichen Weiter-So-Strategie" gezwungen werde.
Der stellvertetende Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin wertete das Votum als "ermutigendes Signal" für den Wandel im Bewusstsein der Menschen, wenn sich sogar in einer Bergbauregion die Bürger überwiegend gegen Investitionen in veraltete Technologien wendeten.
cax/ul
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